Arbeitskreis Sanitätsdienst

Lehrgang AK0220 in der SanAkBw (04.-07.05.2011; München)

Sanitätsoffiziere und Truppenoffiziere der Reserve in Führungsverwendung tagen in München
„Abschied und Neuanfang“

Der diesjährige Lehrgang war geprägt von Abschied und Neuanfang.
Begrüßt wurde der Lehrgang vom Kommandeur der Sanitätsakademie Oberstarzt Dr. Schoeps, der die Verbundenheit der Sanitätsakademie zu den Reservisten und deren wachsende Bedeutung im Zuge der Verkleinerung der Bundeswehr betonte.
Verabschiedet wurden der im Sommer aus dem Dienst ausscheidende stellvertretende Inspekteur des Sanitätsdienstes und Beauftrage für Reservistenangelegenheiten des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, Admiralstabsarzt Dr. Büttner von den Lehrgangsteilnehmern. Seine Verbundenheit mit den Reservisten und der vorbildliche kameradschaftliche Führungsstil wurden in der Laudatio besonders hervorgehoben.

Oberstarzt d. R. Dr. Markus Vollmuth, GenOStArzt Dr. Kurth Bernd Nakath (v. l.)
Der zweite Abschied betraf eines der Urgesteine des Arbeitskreis Sanitätsdienst, Oberstarzt d.R. Dr. Markus Vollmuth. Der Inspekteur des Sanitätsdienstes Generaloberstabsarzt Dr. Kurth Bernd Nakath würdigte die außerordentlichen Leistungen von Dr. Vollmuth, der über Jahrzehnte in unermüdlichem Einsatz die Reservistenarbeit im Sanitätsdienst ganz wesentlich mitgeprägt hat. Beide empfingen als Erste die neue Verdienstmedaille des AkSan.
Inhaltlich wurde der Lehrgang neu ausgerichtet und den aktuellen Herausforderungen angepasst. Die konzeptionelle Planung und Vorbereitungen übernahm ein kleiner Planungsstab aus dem AkSan in Kooperation mit dem Org-Team der Sanitätsakademie. Im Vordergrund stand ein wehmedizinisch und gesellschaftlich relevantes Schwerpunktthema „Psychosoziale Notfallversorgung und Vernetzung am Beispiel der PTBS – die Rolle des Reservisten“, mit renommierten Experten aus der Bundeswehr, Reservisten und zivilen Institutionen für die Vorträge und eine Expert-Panel Diskussion unter der wissenschaftlichen Leitung von Major d.R. und Mitglied des AkSan Prof. Dr. Mack.

Maj d. R. Prof. Dr. Wolfgang Mack
Daneben wurden zum ersten Mal parallel Break-Out-Sessions zu den Themen „Damage Control Surgery“ unter der Leitung von Oberfeldarzt d.R. Dr. Gregor Stavrou, AkSan und „Forschung&Zukunft eClinical Research Technologien“ unter der Leitung von Oberstabsarzt d.R. Nils Drews, AkSan durchgeführt. Die wissenschaftlichen Teile des Lehrganges waren mit 7 CME Punkten durch die Bayerische Ärztekammer als Fortbildung anerkannt.
Traditionell wurden die Lehrgangsteilnehmer am ersten Vormittag des Lehrganges von der Führung des Sanitätsdienstes über die aktuelle Lage informiert. In diesem Jahr waren Ausblicke wegen der offenen Entscheidungen zur neuen Struktur und Größe der Bundeswehr durch die politische Führung nur sehr eingeschränkt möglich. So trug der Inspekteur des Sanitätsdienstes Generaloberstabsarzt Dr. Nakath eine Bestandaufnahme vor und erläuterte konzeptionellen Überlegungen und Gestaltungsvorschläge der sanitätsdienstlichen Führung. Der Amtschef des Sanitätsamtes Generalstabsarzt Dr. Dick stellte Innovationen und technischen Entwicklungen im Sanitätsdienst vor. Schließlich rundete der stellvertretende Befehlshaber des Sanitätsführungskommando Generalstabsarzt Dr. Patschke das Bild mit einem Bericht zur Lage des Sanitätsführungskommandos als Truppensteller ab. Bundesgeschäftsführer Oberst a.D. Fell überbrachte am Freitag Grüße des Präsidenten des VdRBw und betonte in seiner Ansprache die Bedeutung des AkSan als hochwertigen Bestandteil und Leuchtturmprojekt des Verbandes.
Der traditionelle „Grünen Teil“ des Lehrganges führte die Gruppe zu Cassidian Air Systems in Manching. Hier wurde die Fertigung des Eurofighter sowie die Wartung und Instandsetzung weiterer Luftfahrzeuge der Bundeswehr und NATO besichtigt. Im Anschluss gab es Gelegenheit zum Austausch bei einem zünftigen Kameradschaftsabend in Freising.
Die neue Lehrgangsform wurde in der anschließenden Manöverkritik von allen Teilnehmern als sehr gelungen bewertet. Die Umbrüche in der Bundeswehr lassen noch keine genaue Planung des nächsten Lehrganges zu. Ziel ist es aber, auch im nächsten Jahr einen Lehrgang mit einem genauso anspruchsvollen und relevanten Programm durchzuführen.
Dr. Stephan Hofmeister

IMG Bilder: Patrick Ruppert
DSC Bilder: Julia Langer
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